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Das logische
Quadrat ist eine grafische Darstellung der logischen
Relationen zwischen den vier kategorischen Urteilen, die sich aus der
Unterscheidung von zwei Quantitäten des Subjekts (alle, nicht
alle) und zwei Qualitäten des Prädikats (trifft zu,
trifft nicht zu) in einem Satz ergeben. Je nach Kombination ergeben
sich gänzlich oder partiell bestätigende und durch A
und I (aus lat. „affirmo“
–
„ich bejahe“) benannte, sowie gleichfalls
verneinende und durch E und O (aus lateinisch
„nego“
– „ich
verneine“) benannte Urteilstypen. Steht S für
Subjekt und P für Prädikat, so gilt:
- Typ A: „Alle S sind P“ (SaP)
- Typ E: „Alle S sind nicht
P“ (SeP)
- Typ I: „Nicht alle S sind nicht
P“ (SiP)
- Typ O: „Nicht alle S
sind P“ (SoP)
Daraus ergibt
sich das folgende logische Quadrat.
- Konträr:
A ist das genaue
Gegenteil von E und somit beides zugleich unmöglich; in
Symbolschrift: ¬(A
∧ E) bzw. A | E. Möglich ist jedoch,
dass beides nicht zutrifft, da zwischen den Extremen
„alle“ und „alle nicht“
Abstufungen vorliegen: ¬A ∧ ¬E.
- Kontradiktorisch: O ist die Verneinung von A
und widerspricht diesem, so wie I mit E unvereinbar ist. Daraus folgt:
O = ¬A bzw. I = ¬E. Die Unvereinbarkeit mündet
jeweils im Satz
vom Widerspruch: ¬(A ∧ ¬A) bzw. ¬(E
∧ ¬E). M.a.W.: Da die
Gegensatzpaare zusammen das ganze Wirklichkeitsspektrum abdecken, ist
ihr gleichzeitiges Bestreiten unkorrekt. Gleichwertig
sind die Ausdrücke A ⊻ O bzw. E ⊻ I, wobei ⊻
„entweder oder“ heißt.
- Subkonträr: I kann sich nicht nur mit
O partiell decken, sondern beides kann sich ergänzen.
Zulässig ist: I ∨ O. Da mindesten I oder O gelten muss,
ist deren gleichzeitiges Bestreiten unmöglich:
¬(¬I
∧ ¬O).
- Subaltern: A ist hinreichend für I
(bzw. impliziert dieses), so wie E für O. Somit gilt die
Implikation: A → I ⇔ ¬A ∨ I
bzw. E → O ⇔ ¬E ∨ O.
Autor: Dipl. BW (FH) Michael Zabawa |